wispo Akademie - Wie kriege ich das nur in meinen Kopf?

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Foto von Andrea Piacquadio

Wie kriege ich das nur in meinen Kopf?

Mit Lernen verbinden wohl die meisten von uns die Schule: das „Büffeln“ und „Pauken“, vielleicht mehr mit Schweiß und Frust als mit Laune und Lust. Vielleicht auch eher mit weniger guten Noten und anstrengenden Prüfungen als mit Freude und Neugier auf das Neue.

Begründet darauf, Lernen als einen passiven Vorgang wahrzunehmen, verstehen wir nur allzu oft Lernen als das Problem des Transfers von Inhalten von draußen nach drinnen: also von der Außenwelt in unseren Kopf.

Wie kann es mit dem Lernen besser gehen?

Wenn Informationen und zu lernende Inhalte bunter und bewegter, vielleicht lustiger und spieleähnlicher oder auch attraktiver und leibhaftiger dargeboten würden, dann würde auch besser gelernt werden – so lautet häufig die vermeintliche Antwort auf diese Frage. Das ist auch nicht verwunderlich, schauen wir uns die Welt an, in der wir heute leben.

In unserer Informationsgesellschaft machen die unterschiedlichsten Medien Informationen heute immer und überall verfügbar und zugängig. Das Internet lässt keinen Mangel an Informationen aufkommen. Der Markt multimedialer Produkte ist heute größer denn je. Damit scheint Lernen heute nicht nur wichtiger, sondern auch einfacher zu sein denn je.

Allzu oft entsteht der Eindruck, das Lernen damit wir von selbst geht. Aber weit gefehlt: betrachtet man Lernen nicht als passiven, sondern als aktiven Vorgang.

Informationen sind Nahrung für den Geist. Aber auch im Hinblick auf unsere geistige Nahrung ist für ein gelungenes Lernen eine gute Mischung gefragt. Es geht um das Aufbereiten der uns immer und überall zur Verfügung stehenden Quellen geistiger Nahrung: um ausgewogene und unseren Bedürfnissen angepasste „Kost“ – nicht nur „Masse oder Kalorien“. Nur einen sehr kleinen Teil der Informationen, welche die Welt uns anbietet, können wir wirklich aufnehmen. Dennoch nehmen wir viel mehr wahr und reagieren darauf, allerdings ohne uns dessen bewusst zu sein.
In der Regel haben wir unsere Zeit eingeteilt: in die Zeit, die wir mit Lernen verbringen und in diejenige Zeit, in der wir frei haben und vermeintlich nicht lernen.

Lernen geht einher mit Veränderungen, die sich im Gehirn des Lernenden abspielen. Vermutlich sind allen die Begriffe „Ultrakurzzeitgedächtnis“, „Kurzzeitgedächtnis“ und „Langzeitgedächtnis“ nahezu einschlägig bekannt.

Ist Lernen also als ein Problem der Übertragung von einem Gedächtnis ins andere? Wohl kaum. Denn diese drei Gedächtnis-Arten existieren in dieser Form nicht real, sondern sind vielmehr als handliche Abstraktionen zum besseren Verstehen von Lernprozessen aufzufassen.

Entscheidend beim Lernen ist die Verarbeitungstiefe. Je mehr, je öfter, je tiefer wir uns mit zu lernenden Informationen beschäftigen, desto besser ist für das Behalten dieser. Ein bestimmter Inhalt wird im Kopf von verschiedenen Arealen des Gehirns gleichzeitig und interaktiv verarbeitet. Dieser Inhalt wird nicht einfach von einem „Gedächtnis“ zum nächsten weitergereicht. Nein, es wird geistig mit ihm hantiert: er wird neu geordnet und neu zugeordnet.

Je intensiver und vielschichtiger wir uns also mit den Inhalten beschäftigen, desto eher hinterlassen sie Spuren im Gedächtnis, desto besser können wir sie behalten und desto einfacher Lernen wir.

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